• en
  • de

Islam FAQ

Alles anzeigen

Ist Verhütung im Islam verboten?

Es gibt im Islam kein Verbot der Verhütung, sofern dadurch die a.) die Gesundheit nicht geschädigt, b.) kein bereits befruchtetes Ei zerstört wird und c.) eine Schwangerschaft nicht für immer verunmöglicht wird. Eine Sterilisation ist dementsprechend klar untersagt. Sehr problematisch ist die Einsetzung einer sogenannten Spirale. Die Wirkung der Spirale gilt in der Fachwelt weiterhin nicht als restlos geklärt. Ihre nidationshemmende Wirkung (Verhinderung der Einnistung eines bereits befruchteten Eis) jedoch spricht klar gegen ihre Zulässigkeit, da damit eine bereits eingetretene Schwangerschaft willentlich abgebrochen wird.

Zur Zeit des Propheten Muhammad (sas) wurde der sogenannte „coitus interruptus“ praktiziert, und der Prophet hat dies gebilligt. Ausserdem wird im Quran empfohlen, dass die Mutter ihr Kind zwei volle Jahre stillen soll (2:233); dies ist auch ein gewisser Schutz vor Schwangerschaft, was natürlich eine Schwangerschaft innerhalb der Stillzeit nicht ausschliesst.

Heutzutage gibt es allerdings modernere Methoden der Schwangerschaftsverhütung. Für welche zulässige Art der Schwangerschaftsverhütung sich ein muslimisches Ehepaar entscheidet oder ob es überhaupt Verhütungsmittel verwenden will, können die Ehepartner unter Berücksichtigung der familiären und gesundheitlichen Situation entscheiden. Die Tatsache, dass muslimische Ehepaare oft mehrere Kinder haben, ist nicht auf eine mangelnde Verhütungspraxis zurückzuführen, sondern auf die durch die islamische Lehre begründete positive Einstellung zu Kindern.

Welche Stellung hat Jesus (as) im Islam?

Muslime respektieren und verehren Jesus (Friede sei mit ihm). Sie betrachten ihn als einen der grössten Gesandten Gottes zu den Menschen. Der Quran bekräftigt seine Geburt aus einer Jungfrau und ein Kapitel im Quran trägt die Überschrift „Maryam“ (Maria). Der Quran beschreibt Jesus‘ Geburt folgendermassen:

Damals sprachen die Engel: „Oh Maria, siehe, Gott erkündet dir ein Wort von Ihm; sein Name ist der Messias, Jesus, der Sohn der Maria, angesehen im Diesseits und im Jenseits, und einer von denen, die (Gott) nahe stehen. Und reden wird er in der Wiege zu den Menschen und auch als Erwachsener, und er wird einer der Rechtschaffenen sein.“ Sie sagte: „Mein Herr, soll mir ein Sohn (geboren) werden, wo mich doch kein Mann berührte?“ Er sprach: „Gott schafft ebenso, was Er will; wenn Er etwas beschlossen hat, spricht Er nur zu ihm: „Sei!“ und es ist.“ (Quran, 3:45-47)

Jesus wurde auf wunderbare Weise geboren – durch den Befehl Gottes, der auch Adam ohne einen Vater hervorgebracht hatte. Gott sagt:

Wahrlich, Jesus ist vor Gott gleich Adam; Er erschuf ihn aus Erde, alsdann sprach Er zu ihm: „Sei!“ und da war er. (Quran, 3:59)

Während seiner prophetischen Berufung vollbrachte Jesus viele Wunder. Gott berichtet uns, dass Jesus sagte:

„Seht, ich bin zu euch mit einem Zeichen von eurem Herrn gekommen. Seht, ich erschaffe für euch aus Ton die Gestalt eines Vogels und werde in sie hauchen, und sie soll mit Gottes Erlaubnis ein Vogel werden; und ich heile den Blindgeborenen und den Aussätzigen und mache die Toten mit Gottes Erlaubnis lebendig; und ich verkünde euch, was ihr esst und was ihr in euren Häusern speichert. Wahrlich, darin ist ein Zeichen für euch, wenn ihr gläubig seid.“ (Quran, 3:49)

Muslime glauben nicht, dass Jesus gekreuzigt wurde. Es war der Plan seiner Feinde, ihn zu kreuzigen, aber Gott errettete ihn und erhob ihn zu Sich. Ein anderer Mann sah Jesus ähnlich. Jesus‘ Feinde ergriffen jenen Mann und kreuzigten ihn und dachten er sei Jesus. Gott sagt:

…sie sprachen: „Wir haben den Messias, Jesus, den Sohn der Maria, den Gesandten Gottes getötet“, während sie ihn doch weder erschlagen noch gekreuzigt hatten, sondern dies wurde ihnen nur vorgetäuscht… (Quran, 4:157)

Muhammad (sas) und Jesus (as) kamen nicht, um die Grundlehre, den Glauben an einen Gott, die die früheren Propheten brachten, zu ändern, sondern um sie zu bekräftigen und zu erneuern.

Kommt ein Nikâh-Vertrag unter Ausschluss von Geschlechtsverkehr zustande?

Frage: Ist es erlaubt eine Ehe zu führen, wobei im Ehevertrag definiert wird, dass es keinen Geschlechtsverkehr geben soll, resp. erst wenn die Frau und der Mann ihr Studium abgeschlossen haben? (Ca. 3-4 Jahre ab Heirat). Die Eltern der Frau möchten dies so bestimmen und einen Schwur von beiden haben, obwohl der Mann und die Frau dies nicht wollen. Der Mann und die Frau befürchten durch dieses Hindernis in Zinâ zu fallen.

Antwort: Elhamdulillah, alles Lob gebührt Allah,

Zusammengefasst ist die Frage: Kann eine Bedingung in den Nikâh-Vertrag eingebaut werden, welche den Geschlechtsverkehr der beiden Partner ganz oder temporär verbietet?

Wenn eine entsprechende Bedingung in einem Nikâh-Vertrag ausformuliert wird, so herrscht Konsens darüber, dass dies eine ungültige Vertragsklausel ist, deren Geltung hinfällig ist.

Darüber hinaus sind sich die Gelehrten nicht einig, ob diese Bedingung gar den gesamten Nikâh-Vertrag auflöst bzw. ungültig macht.

Die Mehrheit der Shafi’iten (wenn die Bedingung von der Seite der Frau kommt) und Mâlikiten (in jedem Fall) tendieren dazu, den Vertrag und die Kondition als nichtig zu betrachten. Da diese Bedingung das Vertragsfundament in Frage stellt, wird der Vertrag sinnlos und damit hinfällig.

Die Mehrheit der Ahnâf (Hanafiten) und der Hanbaliten sehen die Kondition als hinfällig, nicht jedoch den gesamten Vertrag. Die Bedingung steht im Widerspruch zum eigentlichen Sinn der Nikâh und ist daher nichtig.

Die Tendenz ist in allen Rechtsschulen klar: Diese Bedingung ist nichtig!

Die beiden zukünftigen Partner sollten nicht auf diese Bedingung eingehen, denn der Sinn des Nikâh-Vertrages ist ja gerade die Regelung der sexuellen Beziehung zwischen Mann und Frau. Die Bedingung ist nicht im Einklang mit dem menschlichen Bedürfnis und dem Ziel eines Nikâh-Vertrages diesem Bedürfnis nachzukommen und es in den islamisch korrekten Rahmen zu setzen.

Die Eltern haben zudem kein Recht eine ähnliche Bedingung zu stellen. Die beiden betroffenen sollten ihre Eltern in Gesprächen noch einmal mit der Tatsache konfrontieren, dass diese Bedingung nicht gültig sei und sie kein Recht hätten, eine solche zu stellen.

Geht den Weg nach Allahs Vorschriften und haltet seine Grenzen ein, so werdet ihr eine Lösung finden.

Wa Llahu ‚alam wa adrâ

Werde Gönner des IZRS

Der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS) ist finanziell stark auf Ihre Unterstützung angewiesen.Weiterlesen

Werden Sie Mitglied

Werden Sie Mitglied bei der grössten islamischen Organisation der Schweiz!Weiterlesen

Der IZRS stellt sich vor

Der Islamische Zentralrat kurz erklärt. Worum geht es dem IZRS,…Weiterlesen

Der IZRS ist auf deine Spende angewiesen

Um die nötigen Auslagen bewältigen zu können, sind wir auf regelmässige Zuwendungen angewiesen.Weiterlesen

  • Zürich, Schweiz
  • Fajr : 05:46
  • Shuruq : 07:01
  • Dhuhr : 13:29
  • Asr : 17:05
  • Maghrib : 19:59
  • Isha : 21:15

IZRS in Social Media

X